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Beiträge / Leben auf der Insel

Auswandern nach Mallorca: Wo die Zugezogenen tatsächlich leben

Jeder fünfte Einwohner hat einen ausländischen Pass. In Deià ist es mehr als jeder dritte, in Marratxí kaum jeder vierzehnte – und was das für Ihre Wahl bedeutet

Redaktion · 2026-09-04 · 5 Min. Lesezeit

Küste in der Gemeinde Santanyí

Xxlstier · CC BY-SA 4.0

Santanyí – eine der Gemeinden, um die es in diesem Beitrag geht

Wer nach Spanien auswandert, entscheidet sich häufig für Mallorca. Wer nach Mallorca auswandert, entscheidet sich für eine von 53 Gemeinden, und das ist die Entscheidung, die den Alltag bestimmt. Das Statistikamt INE wertet jedes Jahr Steuer- und Meldedaten aus und sagt für jede Gemeinde, wie viele Einwohner eine ausländische Staatsangehörigkeit haben. Diese Zahl zeigt, wohin die Zugezogenen vor Ihnen gegangen sind.

Jeder Fünfte kommt von außerhalb Spaniens

20,3 Prozent der 938.743 Einwohner Mallorcas hatten 2023 einen ausländischen Pass. 2015 lag der Median der Gemeinden bei 15,0 Prozent, 2023 bei 19,0. Der Zuzug ist keine Erzählung, er steht in der Statistik, und er verteilt sich sehr ungleich.

Gemeinde Ausländeranteil 2023
Deià 37,5 %
Calvià 33,7 %
Santanyí 28,7 %
Alcúdia 27,7 %
Andratx 27,7 %
Capdepera 26,7 %
Estellencs 26,4 %
ses Salines 25,5 %
Santa Margalida 25,3 %
Pollença 25,2 %
Median aller Gemeinden 19,0 %
Binissalem 11,8 %
Bunyola 11,5 %
Santa María del Camí 10,0 %
Mancor de la Vall 9,8 %
Consell 8,2 %
Marratxí 7,0 %

Die Zahl unterscheidet nicht nach Herkunft; sie zählt alle Nicht-Spanier, vom deutschen Rentner bis zur marokkanischen Erntehelferin. Deshalb steht Santa Margalida neben Deià, obwohl beide Orte wenig gemeinsam haben. Was die Zahl trotzdem sagt: In Deià, Calvià und Andratx ist es Alltag, aus dem Ausland zu kommen. In Consell und Marratxí sind Sie eine Ausnahme.

Wo der Anteil am schnellsten wächst

Gemeinde 2015 2023 Veränderung
Banyalbufar 5,9 % 19,0 % +13,1 Punkte
Muro 12,2 % 20,7 % +8,5 Punkte
Ariany 16,2 % 24,7 % +8,5 Punkte
Escorca 9,1 % 17,4 % +8,3 Punkte
Alaró 15,0 % 23,1 % +8,1 Punkte
Sant Joan 13,9 % 21,6 % +7,7 Punkte

Die stärksten Zuwächse stehen nicht an der Küste, sondern in kleinen Gemeinden, in denen sich ein paar Dutzend Zuzüge sofort im Anteil zeigen. Banyalbufar hat seinen Anteil in acht Jahren mehr als verdreifacht. Nur eine Gemeinde hat einen niedrigeren Anteil als 2015: ses Salines, von 27,5 auf 25,5 Prozent.

Was den Alltag trägt: Ärzte, Apotheken, Busse

Die Behörden zählen die Infrastruktur, die ein Zugezogener zuerst braucht.

Gesundheitszentren. IB-Salut betreibt 42 Gesundheitszentren der Primärversorgung auf Mallorca und dazu 71 kleinere Einheiten in den Dörfern. Zwölf Gemeinden haben kein eigenes Zentrum, darunter Deià, Bunyola, Alaró, Algaida und Escorca, sie werden von einer Nachbargemeinde versorgt. Für jemanden, der regelmäßig zum Arzt muss, ist das eine Fahrt, die man vorher kennen sollte.

Apotheken. 368, in jeder der 53 Gemeinden mindestens eine.

Busse. 247 Linien des Inselverbunds TIB, ebenfalls in jeder Gemeinde. Wie viele Linien und Haltestellen eine Gemeinde hat, steht auf ihrer Seite.

Flughafen. Von Palma sind es zwei Kilometer, von Marratxí acht, von Capdepera 61. Wer oft fliegt oder Besuch erwartet, sollte die Zahl kennen: Der Weg von Capdepera zum Flughafen dauert länger als mancher Flug nach Deutschland.

Was das Leben kostet – soweit es jemand misst

Eine amtliche Statistik der Lebenshaltungskosten je Gemeinde gibt es nicht, und wir erfinden keine. Was es gibt, sind drei Zahlen, die den größten Posten bestimmen.

Miete. Eine Wohnung kostet in der Langzeitmiete im Median der Gemeinden 7,14 €/m², in Calvià 12,72, in Llubí 5,30. Ein Haus im Median 5,68 €/m². Der Beitrag zur Langzeitmiete schlüsselt das für alle Gemeinden auf.

Grundsteuer. Wer kauft, zahlt jährlich den IBI: zwischen 0,40 und 0,85 Prozent des Katasterwerts, je nach Gemeinde. Der Beitrag zur Grundsteuer nennt die Sätze aller Gemeinden.

Strom. Der Zensus 2021 weist den Median des Stromverbrauchs je Wohnung aus: 3.191 Kilowattstunden im Jahr im Median der Gemeinden, in Bunyola 3.950, in ses Salines 1.726. Der Wert sagt weniger über Preise als über Bauweise und Nutzung: Wo viele Wohnungen nur im Sommer bewohnt sind, sinkt der Median.

Das Einkommen dazu: 16.013 Euro netto je Person und Jahr im Median der Gemeinden, Stand 2023. Wer aus Deutschland kommt und sein Einkommen mitbringt, liegt in den meisten Gemeinden über dem örtlichen Median. Wer vor Ort arbeiten will, sollte wissen, dass Inca, Sa Pobla und Manacor bei rund 13.500 bis 13.900 Euro liegen.

Alter und Haushalt

Das Durchschnittsalter reicht von 40,0 Jahren in Inca bis 55,0 in Escorca. Die Tramuntana-Dörfer Estellencs, Banyalbufar und Valldemossa liegen zwischen 45 und 48 Jahren, Inca, Sa Pobla, Alcúdia und Manacor um die 40. Wer mit Kindern kommt, findet Gleichaltrige eher im Raiguer und in den Städten als in den Bergen. Ein Haushalt hat im Median 2,6 Personen.

Residencia, Steuern, Anmeldung

Was man als Zugezogener anmelden, beantragen und versteuern muss, regeln spanische Gesetze, und wir beraten dazu nicht. Die zuständigen Stellen sind: für den Aufenthalt die Oficina de Extranjería der Delegación del Gobierno auf den Balearen (Innenministerium), für die Meldung das Rathaus der Gemeinde (Padrón), für Steuern die Agencia Tributaria und die Agència Tributària de les Illes Balears. Deren Auskünfte gelten; unsere Zahlen sagen nur, wie der Ort ist, an dem Sie sich anmelden.

So finden Sie Ihre Gemeinde

Die Frage ist nicht, wo die meisten Deutschen leben. Die Frage ist, was Sie brauchen: Ärztin im Ort oder Aussicht, Bus zum Flughafen oder Ruhe, Gleichaltrige für die Kinder oder Nachbarn, die schon lange da sind.

  • Die Ortswahl sortiert die 53 Gemeinden nach genau diesen Kriterien.
  • Die sechs Gegenden zeigen, wie sich Tramuntana, Raiguer, Pla, Migjorn, Llevant und Palma unterscheiden.
  • Jede Gemeindeseite trägt Ausländeranteil, Einkommen, Alter, Miete, Gesundheitszentren und Busse mit Quelle und Stand.

Alle Zahlen stammen vom INE (Atlas de distribución de renta, Stand 2023, und Zensus 2021), von IB-Salut, dem Govern und dem TIB. Wo eine Quelle nichts hergibt, steht bei uns nichts.

Die Zahlen zu diesem Text

Amtliche Kennzahlen der Gemeinden, um die es oben geht. Der Text ist Einschätzung, das hier nicht.

GemeindeMiete Whg.Käufe/Q ETVKataster je Objekt
Alcúdia 8,11 80 1428 118.688
Banyalbufar 10,19 6 67 81.064
Calvià 12,72 282 469 118.712
Deià — 5 107 206.802
Marratxí 9,09 66 155 110.701
Santanyí 7,39 87 1290 79.810