Die Küste ist teuer. Schneller teurer wird das Landesinnere.
Zwischen 2019 und 2024 stiegen die Mieten im Median um ein Viertel — die größten Sprünge stehen in Dörfern, die kaum jemand auf dem Zettel hat
Olaf Tausch · CC BY 3.0
Wer auf Mallorca nach Mietniveau sucht, landet bei Calvià, Palma, Andratx. Das ist richtig, beantwortet aber die falsche Frage. Denn wo etwas teuer ist, sagt nichts darüber, wo es teurer wird.
Über 43 Gemeinden mit vergleichbarem Wertepaar liegt die Veränderung von 2019 auf 2024 im Median bei 25,6 Prozent. Die größten Anstiege stehen nicht an der Küste.
Die fünf stärksten Anstiege
| Gemeinde | 2019 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Llubí | 3,64 €/m² | 5,30 €/m² | +45,8 % |
| Lloseta | 4,16 €/m² | 5,82 €/m² | +40,0 % |
| Sineu | 5,30 €/m² | 7,14 €/m² | +34,7 % |
| Vilafranca de Bonany | 5,16 €/m² | 6,90 €/m² | +33,8 % |
| Alaró | 5,84 €/m² | 7,80 €/m² | +33,6 % |
Zum Vergleich die Küste im selben Zeitraum:
| Gemeinde | 2019 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Pollença | 6,25 €/m² | 7,87 €/m² | +26,0 % |
| Palma | 7,90 €/m² | 9,84 €/m² | +24,6 % |
| Calvià | 10,31 €/m² | 12,72 €/m² | +23,3 % |
| Andratx | 7,75 €/m² | 9,27 €/m² | +19,5 % |
Warum die teuren Gemeinden langsamer steigen
Der Befund ist weniger überraschend, als er klingt. Die teuren Küstengemeinden sind oben angekommen: Calvià liegt bei 12,72 €/m² und damit an der Spitze der Insel. Ein weiterer Sprung um 40 Prozent würde dort eine Zahlungsbereitschaft voraussetzen, die es in dieser Breite nicht gibt.
Llubí startete bei 3,64 €/m². Von dort aus sind 45,8 Prozent ein Zuwachs von 1,67 Euro — in absoluten Zahlen weniger, als Calvià im selben Zeitraum zugelegt hat (2,41 Euro).
Beides ist wahr, und beides zählt. Die Prozentzahl beschreibt die Bewegung, der absolute Wert das Niveau. Wer nur die eine liest, bekommt ein falsches Bild.
Das andere Ende
Nicht überall im Landesinneren zieht es an. Am unteren Ende der Liste stehen Lloret de Vistalegre mit +7,4 Prozent, Puigpunyent mit +7,6 Prozent und Montuïri mit +13,8 Prozent — allesamt Gemeinden der Inselmitte. „Landesinneres" ist also keine Kategorie, in der sich alles gleich verhält.
Wie diese Zahlen entstehen — und was sie nicht sind
Die Mietreferenz kommt von SERPAVI beim spanischen Wohnungsministerium und wird aus Steuerdaten gebildet. Drei Dinge folgen daraus:
Es sind Mediane, keine Durchschnitte. Die Hälfte der erfassten Objekte liegt darüber, die Hälfte darunter. Einzelne Villen ziehen den Wert nicht nach oben.
Sie erscheinen mit Verzug. Die aktuelle Ausgabe reicht bis 2024. Eine amtliche Mietzahl für 2025 oder 2026 existiert noch nirgends — auch nicht bei uns.
Für neun Gemeinden gibt es keinen Wert. Zu wenige Objekte in der Auswertung. Diese Lücke füllen wir nicht: warum, steht hier.
Und der wichtigste Vorbehalt: Das ist die Miete, nicht der Kaufpreis. Ein freier Kaufpreis je Quadratmeter wird in Spanien nicht amtlich veröffentlicht — was es gibt, steht unter Kaufmarkt.
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Das Mietniveau aller Gemeinden nebeneinander: Mietniveau je Gemeinde. Wer selbst gewichten will, was zählt — Preis, Ruhe, Winterleben, Versorgung — nutzt die Ortswahl.
Die Zahlen zu diesem Text
Amtliche Kennzahlen der Gemeinden, um die es oben geht. Der Text ist Einschätzung, das hier nicht.
| Gemeinde | Miete Whg. | Käufe/Q | ETV | Kataster je Objekt |
|---|---|---|---|---|
| Calvià | 12,72 | 282 | 468 | 118.712 |
| Lloseta | 5,82 | 25 | 56 | 69.945 |
| Llubí | 5,30 | 5 | 80 | 54.088 |
| Pollença | 7,87 | 66 | 2484 | 112.667 |
| Sineu | 7,14 | 8 | 131 | 60.062 |